Mechanische Spardosen aus Gusseisen
Artikel von Gerhard Groß
Gusseisen-Spardose
Die mechanischen Spardosen aus Gußeisen, die überwiegend in den Vereinigten Staaten produziert wurden, sind ein exclusives Spezialgebiet. Sie wurden erstmals 1869 in den USA hergestellt. Vier Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges verfügte die eisenverarbeitende Industrie über freie Kapazitäten. Gußeisen wurde preiswert und in großen Mengen hergestellt. So begann man, neben Haushaltswaren, auch Spielzeug und eben Spardosen aus diesem Material zu fertigen. Die erste Spardose, die "Halls's Excelsior Bank", wurde am 21.12.1869 zum Patent angemeldet.
Gusseisen-Spardose
Die Spardosen erfreuten sich schnell einer großen Nachfrage, so daß sie in immer größerer Zahl produziert wurden. Die Grundidee ist dabei stets gleich: Durch Einwurf einer Münze oder auf Knopfdruck wird ein verborgener Mechanismus in Bewegung gesetzt. Der Phantasie waren dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Blütezeit lag zwischen 1880 und 1895. Erfinder und Hersteller der meisten mechanischen Spardosen sind bekannt: 34 Fabriken gab es in den USA, die mindestens eine Spardose auflegten. Die J. & E. Stevens Co. in Connecticut stellte mehr als 80 der insgesamt etwa 210 bekannten verschiedenen Typen her. Einige ernsthafte Sammler dieser Spardosen-Gattung gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Bis in die 50er Jahre gab es aber auch in den USA nur wenige Sammler und Händler.
Gusseisen-Spardose
Erst 1959 gründeten sich die "Mechanical Bank Collectors of America" (MBCA). In Europa gibt es heute nur wenige Sammler, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Leider gibt es von vielen mechanischen Spardosen billige Kopien und Fälschungen. Oft sind sie aber nur von geübten Sammlern als Solche zu erkennen. Bei den meisten Angeboten von Händlern und Antikmärkten in Deutschland kann man davon ausgehen, daß es sich um Nachahmungen ohne historischen Wert handelt.